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Scheidung – alle Infos zum Scheidungsverfahren

Eine Ehe kann dann geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Vor Gericht gilt eine Ehe als gescheitert, wenn Sie mindestens ein Jahr in Trennung gelebt haben. Desto länger diese Phase war, desto wahrscheinlicher gilt eine Ehe vor Gericht als gescheitert. Erklären beide Ehepartner nach Ablauf des Trennungsjahres, dass sie geschieden werden wollen, wird die Ehe geschieden. Erklärt dies nur ein Ehepartner, wird die Ehe erst nach Ablauf von drei Trennungsjahren geschieden. Soll eine Scheidung nach Ablauf des vorgeschriebenen Trennungsjahres geschieden werden, muss dem Gericht das Scheitern der Ehe dargestellt werden.

Kann eine Ehe auch vor Ablauf des Trennungjahres geschieden werden?

In einem Härtefall kann eine Ehe ausnahmsweise bereits vor Ablauf des Trennungsjahres geschieden werden. Dies ist dann der Fall, wenn einem Ehepartner nicht mehr zugemutet werden kann, verheiratet zu sein. Ob es sich um einen Härtefall handelt, muss das Gericht im Einzelfall entscheiden. Um solch einen Härtefall kann es sich z.B. handeln, wenn ein Ehepartner misshandelt wurde, Alkoholiker ist oder die Ehefrau von einem anderen Mann schwanger ist.

Wer reicht den Scheidungsantrag ein?

Die Einreichung des Scheidungsantrages kann nur durch einen Anwalt erfolgen. Eine anwaltliche Vertretung des scheidungswilligen Ehegatten ist damit Pflicht. Da die Eheleute bei einer Scheidung formal als gegnerische Parteien auftreten (auch wenn sie sich hinsichtlich der Scheidung einig sind), gibt es keinen gemeinsamen Scheidungsanwalt. Sind sich die Ehepartner einig, kann es jedoch ausreichen, dass nur einer der Ehegatten bei der Scheidung anwaltlich vertreten ist. Folgende Unterlagen sollten bei der Beauftragung eines Anwalts eingereicht werden:

  • Heiratsurkunde oder beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch
  • Geburtsurkunden der gemeinsamen Kinder
  • falls vorhanden: Ehevertrag
  • gegebenenfalls in der Trennungszeit geschlossene Vereinbarung zur Regelung der Trennungs- und Scheidungsfolgen
  • Zur Überprüfung der aktuellen Einkommenssituation und evtl. Unterhaltspflichten oder –ansprüche können auch Einkommensunterlagen nützlich sein (Steuerbescheid, Gehaltsbescheinigungen, etc.)

Wird ein Scheidungsantrag gestellt, führt das Gericht von sich aus den  Versorgungsausgleich durch, solange kein wirksamer notarieller Verzichtsvertrag vorliegt. Weitere Scheidungsfolgen (sogenannte Folgesachen) wie Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt, Sorgerecht, Aufteilung des Hausrates und Nutzung der Ehewohnung nach der Scheidung trifft das Gericht  nur auf Antrag.

Wann ist die Scheidung rechtskräftig?.

Nachdem alle nötigen Informationen beim Gericht eingegangen sind, wird ein Scheidungstermin vereinbart. Die Scheidung selbst, dauert in der Regel nicht länger als 15 Minuten. Rechtskräftig ist die Scheidung einen Monat nachdem das Scheidungsurteil gefällt wurde. Innerhalb dieser Frist kann Berufung eingelegt werden.

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