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Sorgerecht

Kinder

Eine Scheidung hinterlässt oft nicht nur Auswirkungen auf das Miteinander von Ehepartnern. Häufig sind Kinder in eine Scheidung involviert, an denen die Scheidung nicht spurlos vorübergeht. Kinder werden im Zuge einer Scheidung aus dem gewohnten Umfeld gerissen, denn der routinierte und alltägliche Umgang des Kindes mit seinen Eltern nimmt nach einer Trennung neue Formen an. Die Eheleute gehen zwar getrennte Wege, behalten aber im Regelfall die gemeinsame elterliche Sorge. Es stellt sich die Frage, wer nach einer Scheidung der Eltern noch über ein Umgangsrecht zum Kind verfügt. Außerdem muss geklärt werden, wer in welcher Höhe und wie lange den Unterhalt für das Kind / die Kinder zu tragen hat.

Wer hat ein Recht auf Umgang mit dem Kind?

Prinzipiell hat jeder der Elternteile ein Recht auf auf Umgang mit dem Kind. Dies kann gerichtlich angefochten werden, sobald der Verdacht besteht, dass die Entmündigung eines Elternteils zum Wohl des Kindes erforderlich ist.

Desweiteren haben Personen Umgangsrecht mit dem Kind, zu denen das Kind eine enge Bindung hat. Der Umgang zu z.B. den Großeltern des Kindes, den Geschwistern des Kindes oder zu engen Bezugspersonen („sozial-familiäre Beziehung“), die für das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben, soll von den Eltern gefördert werden, wenn dies für das Kind wichtig ist. Mit diesem Umgangsrecht erhalten die Berechtigten die Befugnis, das Kind in regelmäßigen Abständen zu sehen und zu sprechen. Neben den persönlichen Begegnungen zählen hierzu auch der Brief- und Telefonkontakt.

Streiten sich die Eltern über das Umgangsrecht, entscheidet das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils, wann und wie viel Zeit der andere Elternteil mit dem Kind verbringen darf. Manchmal ordnet das Familiengericht einen begleitenden Umgang an. Ist dies der Fall, darf mit dem Kind nur in Anwesenheit eines Drittes Kontakt aufgenommen werden.

Es gibt verschiedene Betreuungsmodelle, die je nach konkreter Situation der Familien Inhalt von Umgangsregelungen sein können. Während für Kinder im Schulkindalter eher ein regelmäßiger Umgang an jedem zweiten Wochenende und meist der Hälfte der Ferien sowie an einzelnen Feiertagen in Betracht kommt, wird Kindern im Kindergartenalter eher ein häufigerer, dafür aber kürzerer Umgang empfohlen. Das Wechselmodell, bei dem das Kind von beiden Elternteilen im wöchentlichen Wechel betreut wird, wird nur dann angeordnet, wenn dies dem Wille beider Elternteile entspricht.

Halten sich Beteiligte nicht an die in einem gerichtlichen Beschluss verbindlich festgelegten Umgangsregelungen (sofern kein Konsenz bestand), kann das Gericht Zwangsmaßnahmen ergreifen und Ordnungsstrafen verhängen.

Was wird im Sorgerecht geregelt?

Das Sorgerecht regelt die Frage danach, wer laut Gesetz dazu befugt ist, wichtige Entscheidungen für das minderjährige Kind zu treffen. Hierzu zählen Personensorge, Vermögenssorge sowie die rechtliche Vertretung des Kindes.

Die Personensorge umfasst das Recht und die Pflicht der Erziehung, Beaufsichtigung und Aufenthaltsbestimmung des Kindes (§ 1631 BGB). Die Vermögenssorge umfasst die tatsächlichen und rechtlichen Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, das Kindesvermögen zu erhalten, zu verwerten und zu vermehren.

Wer bekommt nach einer Scheidung das Sorgerecht für das Kind / die Kinder?

Sind Eltern bei Geburt des Kindes verheiratet, heiraten sie später oder geben sie als Unverheiratete eine gemeinsame Sorgeerklärung ab, steht das Sorgerecht grundsätzlich beiden Elternteilen zu (§ 1626a BGB). Dieses gemeinsame Sorgerecht bleibt auch nach einer Trennung oder Scheidung bestehen, solange kein Elternteil einen Antrag auf Übertragung des alleinigen Sorgerechts stellt. Ist dies jedoch der Fall, erfolgt eine Prüfung durch das Familiengericht, ob die Übertragung der gesamten elterlichen Sorge auf einen einzelnen Elternteil dem Wohl des Kindes entspricht.

Bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern kann diese Übertragung der Sorge auf einen Elternteil auch nur bei einer bestimmten Art von Angelegenheit (gesundheitliche Aspekte, religiöse Erziehung o.ä.) stattfinden, insofern das Familiengericht der Meinung ist, dass der Elternteil besser für diese Art Entscheidung geeignet ist.

Wann endet die elterliche Sorge?

Die elterliche Sorge endet mit der Volljährigkeit des Kindes, dessen Adoption oder dessen Tod. Auch wenn ein Elternteil bzw. beide Elternteile sterben endet die elterliche Sorge. Dem Familiengericht ist es außerdem möglich, das Sorgerecht ganz oder teilweise zu entziehen. In diesem Fall wird vom Familiengericht ein Vormund bestellt. Dies kann dann der Fall sein, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist, oder die Eltern aus anderen Gründen die elterliche Sorge nicht ausüben können.

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